VPNÖ-Zauner: „Hergovich ist der Verunsicherungslandesrat“

Nichts tun ist in der Frage der Gesundheitsversorgung keine Option

Im Rahmen einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch in St. Pölten geben der ärztliche Direktor des LK Scheibbs, Prim. Dr. Alexander Egger, der seit mehr als 26 Jahren im Notarzt- und Rettungswesen tätig ist, sowie Oberarzt und leitender Notarzt im LK Korneuburg, Dr. Ronald Wielach, Einblicke in die Notfallversorgung Niederösterreichs. Eingeladen wurden sie von Volkspartei Niederösterreich-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner. Im Mittelpunkt steht dabei die Notwendigkeit einer Reform des niederösterreichischen Gesundheitswesens.

„Man ist in der Politik immer dafür verantwortlich, was man tut – aber auch dafür, was man nicht tut. Nichts tun ist mit dem Ziel einer nachhaltigen, gesicherten und flächendeckenden Gesundheitsversorgung in Niederösterreich keine Option”, betont VPNÖ-Landesgeschäftsführer LAbg. Matthias Zauner mit Blick auf den Gesundheitsplan 2040+. 

Gesundheit ist unser höchstes Gut. Die alternde Gesellschaft und der damit verbundene steigende Bedarf an medizinischen Leistungen bei gleichzeitig begrenzten Personalressourcen machen deutlich: Unser Gesundheitssystem muss an diese Herausforderungen angepasst werden. Mit dem Gesundheitsplan 2040+ wurden von über 50 Fachleuten Antworten auf diese Herausforderungen geliefert. „Wir haben den Gesundheitsplan 2040+ im Landtag parteiübergreifend mit den Stimmen von NEOS, SPÖ, FPÖ und ÖVP beschlossen. Acht von zehn Landsleuten befürworten diesen notwendigen Reformprozess auch“, so Zauner.

Vor allem bei der im Gesundheitsplan 2040+ inkludierten Notfallversorgung sind Umstrukturierungen dringend notwendig: Spezialisierungen, veränderte Ausbildungsrichtlinien und die Pensionierungen von knapp einem Drittel der Notärztinnen und Notärzten machen deutlich, dass die aktuelle Struktur nicht flächendeckend aufrechtzuerhalten ist. Wir brauchen die Medizinerinnen und Mediziner in den Spitälern, insbesondere in der Anästhesie – dort sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil. Die Rettungskette der Zukunft besteht nicht nur aus einem Punkt auf der Landkarte. Sie besteht aus: einem schnellen Notruf, gut ausgebildeten Einsatzkräften, moderner Telemedizin, sowie dem Transport in genau jene Klinik, die für die jeweiligen Notfälle die beste Versorgung bieten kann. Umso verwunderlicher, dass die SPÖ Niederösterreich genau diesen Zukunftsprozess, trotz Zustimmung im niederösterreichischen Landtag, plötzlich stört. „Der Zickzack-Kurs der SPÖ Niederösterreich, ist nichts anderes als Angstschüren und Unwahrheiten verbreiten. Kommen Sie endlich zur Vernunft Herr Hergovich, Sie betreiben Populismus statt Aufklärung“, betont Zauner. 

Der ärztliche Direktor des LK Scheibbs, Prim. Dr. Alexander Eggerhält mit Blick auf den Gesundheitsplan 2040+ fest: „Die Welt hat sich weiterentwickelt und der Rettungsdienst hat sich verbessert. Es hat eine technische Aufrüstung in den Fahrzeugen stattgefunden und Innovationen wie die Telemedizin haben in Niederösterreich Einzug gehalten. Ja, wir stehen in Niederösterreich vor einer Reduktion auf 21 bodengebundene Notarzt-Stützpunkte – für mich ist diese Umstrukturierung aber stimmig und nicht bedrohlich.“

Im Österreich-Vergleich hat Niederösterreich mit den geplanten 21 Notarzteinsatzfahrzeugen für 1,7 Mio. Einwohner immer noch die höchste Notarzt-Versorgungsdichte aller Bundesländer. Bei den Nachbarn in Oberösterreich funktioniert das System mit 18 Notarzteinsatzfahrzeugen für 1,5 Mio. Einwohner bereits seit längerem. 

Egger weist auf einen entscheidenden Punkt hin: „Eine ganz wesentliche Veränderung hat sich bereits ab dem Jahr 2022, still und leise, mit der Initialisierung der Rettungslandschaft 2030 in Niederösterreich zugetragen.“ 

Mit der Installation der RTW-C Stützpunkte wurde die sogenannte Ausrückordnung wesentlich geändert. Die Ausrückordnung gibt vor, welche Ressourcen zu welchem Notfall geschickt werden. Durch diese Installation der hochqualifizierten RTWs (Rettungstransportwägen) hat sich im Jahr darauf eine Reduktion der niederösterreichweiten Notarzt Einsätze um knapp 30% gezeigt. Aus der Tatsache heraus, dass zu bisherigen Notarzteinsätzen nun ausschließlich Rettungstransportwagen entsendet wurden. Die Anzahl der Nachforderungen eines Notarztmittels sind im selben Zeitraum nicht dramatisch gestiegen. 

„Somit hat uns diese Veränderung recht gegeben. Wir können auch mit weniger Notarzteinsätzen eine gute Qualität abbilden“, betont Egger, der abschließend festhält: „Nun ist es an der Zeit den nächsten logischen Schritt zu setzen, indem man durch eine Reduktion der Notarzt Stützpunkte die Einsatzfrequenz jedes einzelnen hochhält.“

Oberarzt Dr. Ronald Wielach, leitender Notarzt im Landesklinikum Korneuburg erklärt: „Das Gesundheitssystem in Niederösterreich wird durch die geplanten Reformen keinesfalls schlechter – es geht vielmehr um eine Umstrukturierung und die langfristige Sicherstellung einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung in Niederösterreich.“ 

Zurück zur SPÖ Niederösterreich: Diese hat im niederösterreichischen Landtag für den Gesundheitsplan 2040+ gestimmt, die rote Landesrätin Eva Prischl ist für das Rettungswesen zuständig und arbeitet so wie VPNÖ-Landesrat Anton Kasser und FPÖ-Landesrat Martin Antauer an der Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+. 

Zauner führt fort: „Wenn Gegen-eh-alles-Landesrat Hergovich die geplanten Reformen im Rettungswesen kritisiert, dann kritisiert er in erster Linie seine eigene Landesrätin Eva Prischl und deren Vorgängerin Ulrike Königsberger-Ludwig. Mit Letzterer hat der plötzliche Zickzack-Kurs der SPÖ hoffentlich nichts zu tun, oder?! Wir erleben hier ein inszeniertes 

Populismus-Donnerwetter vor dem roten Landesparteitag am kommenden Samstag. Das hat nichts mit redlicher Politik im Sinne der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu tun. Denn Herr Hergovich tut genau das Gegenteil von Verantwortung übernehmen. Für uns zählen die Beschlüsse des Landtags und nicht jene von Parteitagen – deshalb ist Landesrätin Prischl gefordert, endlich Ergebnisse zu liefern. Wer dutzenden Fachleuten misstraut und bewusst mit den Ängsten der Bevölkerung spielt, arbeitet nicht für, sondern gegen die niederösterreichischen Landsleute.“ 

Die Forderung von Sven Hergovich, dass es keine Streichung von Notarzt-Stützpunkten ohne Ersatz geben darf oder, dass es keine Einsparungen bei der Rund-um-die-Uhr Erst- und Akutversorgungen geben soll, sind längst im Gesundheitsplan verankert.

Zum Abschluss gibt Zauner Sven Hergovich noch ein Beispiel mit auf den Weg: „Wenn man sich absichtlich oder unabsichtlich die Hände abhackt, braucht man rasche Hilfe. Diese wird es in Zukunft nur geben, wenn wir das Gesundheitssystem und das Notfallwesen in Niederösterreich reformieren.“